Coprozessor für Künstliche Intelligenz

Huaweis Kirin-970-Chipset soll mit KI punkten

von - 04.09.2017
Kirin 970
Foto: Huawei
Huawei hat auf der IFA seinen neuen Smartphone-Prozessor Kirin 970 vorgestellt. Das Chipset besitzt einen integrierten KI-Prozessor und soll im kommenden Flaggschiff Mate 10 eingesetzt werden.
Mit Künstlicher Intelligenz will Huawei auf dem Smartphone-Markt punkten: Das nächste Flaggschiff Mate 10 des chinesischen Herstellers werde dafür mit dem neuen Kirin-970-Prozessor ausgestattet sein, kündigte der Chef des Konsumentengeschäfts, Richard Yu, auf der IFA in Berlin an. Das Flaggschiff-Chipset verfügt über eine eigene Recheneinheit für Künstliche Intelligenz. Mit dem Chip kann das Smartphone zum Beispiel noch schneller und genauer erkennen, was auf einem Bild zu sehen ist.
Der Kirin 970 ist laut eigenen Angaben das weltweit erste Chipsystem, das mit seiner Neural Processing Unit (NPU) über eine separate Recheneinheit für KI verfügt. "Das wird die Art und Weise verändern, wie wir heute mit dem Smartphone interagieren", sagte Yu. Dank der Technik könne man KI-Berechnungen direkt auf dem Gerät tätigen, eine Verbindung zur Cloud sei nicht mehr erforderlich. Das bringe wiederum erhebliche Vorteile hinsichtlich Latenz, Stabilität und Datenschutz. Huawei will mit dem Chipsystem ein offenes Ökosystem bieten und stellt Entwicklern von Apps entsprechende Schnittstellen und Werkzeuge zur Verfügung.
Auch digitale Assistenten wie Amazons Alexa oder Googles Assistant könnten künftig von dem KI-Chip profitieren. Sie seien heute längst nicht gut genug. Die Kommunikation könne viel natürlicher werden. Huawei unterhält laut Yu bereits Partnerschaften mit Google und Facebook. Auf dem chinesischen Markt bietet das Unternehmen auch einen eigenen Sprachassistenten an, über weltweite Pläne machte Yu jedoch keine Angaben.

Kirin 970: Octacore-CPU mit Zwölf-Kern-Grafik

Neben der neuen NPU ist das im 10-nm-Verfahren gefertigte Kirin-970-Chipset mit einer aus acht Rechenkernen bestehenden CPU ausgestattet. Dieses setzt sich aus einem Quadcore-Cluster mit Cortex-A73-Kernen und einer maximalen Taktfrequenz von 2,4 GHz und einem Cortex-A53-Cluster mit vier Kernen und maximal 1,8 GHz zusammen. Hinzu kommt eine Mali-G72-Grafikeinheit mit zwölf Kernen und ein LTE-Cat-18-Modul. Letzteres soll dank 4x4-MIMO-Technologie Downloadraten von bis zu 1,2 Gigabit pro Sekunde erlauben. Seine Premiere wird das neue Chipset im kommenden Top-Modell Mate 10 feiern, das die Chinesen am 16. Oktober in München der Öffentlichkeit präsentieren wollen.
Huawei hat vor allem auf dem Smartphone-Markt hochfliegende Pläne. "In zwei Jahren werden wir gemessen am Marktanteil weltweit die Nummer zwei sein", sagte Yu. Vor allem wolle das Unternehmen aber Innovationsführer werden. Zuletzt schloss das Unternehmen, das bislang mit günstigen, aber ausstattungsreichen Smartphones Marktanteile gewann, dicht hinter Apple auf den dritten Platz unter den weltweit größten Anbietern auf.